PKI – Zertifikate via Windows Batchskript importieren

Das Problem

Manchmal müssen auf Windows-Endgeräten schnell und einfach (selbst-signierte) Zertifikate verteilt werden. Eine Herausforderung insofern sich die Endanwender nicht mit den Besonderheiten von Zertifikaten und Windows auskennen. Zwar kann man dies Umgehen, indem man die Verteilung der Zertifikate mittels Gruppenrichtlinien (GPO) vornimmt. Allerdings steht dieses Mittel nicht immer zu Verfügung bzw. ist manchmal schwer praktikabel. Z.B. wenn keine bzw. nur eine temporäre eine Verbindung zur Windows-Domäne besteht. Ich habe daher nach einem Weg gesucht, die die Zertifikate einfach verschicken und mittels Skript unter Windows importieren zu können.

Lösung

Ich habe mir dazu ein kleines Batch Skript geschrieben. Dieses kann aus einer Verzeichnisstruktur Zertifikate für “vertrauenswürdige Herausgeber” (Trusted Publishers), “Zwischenzertifizierungsstellen” (Sub CAs) und “Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen” (Root CAs) für den kompletten lokalen Rechner oder für den jeweiligen User importieren, um eine PKI abzubilden. Der Endanwender muss dann nur noch das Skript entpacken und per Doppelklick ausführen. Die Zertifikate werden anschließend entweder für den lokalen Computer oder für den lokalen Benutzer (Variante des Skripts) im certstore installiert. Diese Lösung möchte ich Euch gerne zur Verfügung stellen.

Das Batch-Skript: (Download weiter unten)

:: PKI Script
:: target   Windows Clients and Servers starting from Windows XP and Server 2003 
:: src      Lars Mautsch. www.software-plattformen.de
:: context  admin

::Disclaimer
: The batch script is provided as is. Use it as your own risk. The author cannot be made liable for any damage/harm this script or miss-use of certificates/PKIs might cause.

@echo off
cd /d %~dp0

: root certificates
certutil -f  -addstore root root\yourcacertname.cer

: subca certificates
certutil -f  -addstore subca subca\yoursubcacertname.cer

: trusted publisher certificates
certutil -f  -addstore trustedpublisher trustedpublisher\yourcertname.cer

: wait for user to view result
pause

Download des ZIP-Archivs (inkl. Varianten)

Erläuterungen zum Skript und Anpassung für den eigenen Anwendungsfall:

  • ZIP-Archiv mittels 7-zip o.ä. auf den lokalen Rechner entpacken, bspw. in C:\wartung
  • Das eigentliche Skript befindet sich im root/Basisordner und trägt den Namen “add_certs_system.bat” . Die Variante für den einzelnen User: add_certs_user.bat
  • Die Zertifikate, die Ihr verteilen möchtet, werden in die jeweiligen Unterordnern platziert:
    • root: Für Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen – Root CAs
    • subca: Für Zwischenzertifizierungsstellen
    • trustedpublisher: Vertrauenswürdige Herausgeber (Trusted Publisher)
  • Anschließend die Dateinamen, der zu verteilenden Zertifikate im Skript anpassen, nicht benötigte Teile einfach mit “:” auskommentieren. Z. B. falls Ihr keine subca benötigt.
  • Zum Testen: Skript als Administrator ausführen: Rechtsklick auf das Skript – als Administrator ausführen.
  • Komplette Verzeichnisstruktur wieder packen (ZIP, …) und dann an Endanwender/Nutzer verteilen.

Viel Spaß & Erfolg damit! Wie immer erfolgt die Nutzung komplett auf eigene Gewähr. Ich schließe jegliche Haftung für entstandene Schäden, bspw. durch falsch verwendete, oder selbst-signierte Zertifikate, Tippfehler etc. komplett aus. Über Feedback und insb. Verbesserungsvorschläge freue ich mich sehr. Lasst diese doch gerne wieder der Allgemeinheit zukommen!

Windows CBS Log Datei wächst “unaufhaltsam”: CBS.log Dateien löschen und freien Speicherplatz schaffen

Das Problem

Unter Windows wächst die Datei “CBS.log” im Windows Log-Ordner (%WINDIR%\log\CBS – z.B. C:\WINDOWS\log\CBS ) ungehemmt an. Mich hat das Problem überrascht, als mein Laufwerk C: und die CBS.log aufgrund eines fehlgeschlagenen Windows-Updates voll gelaufen ist. Mehr zum spezifischen Problem mit Windows Update und CBS.logs findet ihr weiter unten im Text sowie hier und hier.

chip.ch hat auf seiner zwei Tipps veröffentlicht, um die CBS.log zu löschen. Die Anleitung unten entspringt größtenteils dieser Quelle:

Variante 1: Löschen über die Windows Systemsteuerung

Hinweis: Bei den verschiedenen Windows Versionen sind die Schritt ggf. minimal unterschiedlich. Beispielswiese gibt es bei Windows 10 weniger Schritte. Das grundlegende Vorgehen ist jedoch ähnlich. Lasst Euch davon nicht abschrecken!

  • Drückt die Windows-Taste und gebt in die Suchleiste von Windows den Begriff “Datenträger” ein. Klickt anschließend auf die “Datenträgerbereinigung“. Auf Englisch: “Disk Cleanup”
  • Wählt im nächsten Schritt Eure Windows-Systemfestplatte aus aus und bestätigt mit “OK”. In der Regel wird die Systemfestplatte das Laufwerk C: sein.
  • Anschließend wird die Festplatte wird nach zu löschenden Dateien und Ordnern durchsucht. Wartet, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Der Vorgang kann je nach Systemstatus einige Minuten in Anspruch nehmen. Bitte nicht ungeduldig werden und abbrechen. Denn ansonsten müsst Ihr den Vorgang von vorne starten und verbraucht noch mehr Zeit.
  • Klickt dann auf “Systemdateien bereinigen” / Englisch: “Clean up system files”. Siehe Screenshot. Im Dialog wählt Ihr abermals die Windows-Festplatte aus. Wartet auch hier. bis diese Überprüfung abgeschlossen ist.
  • Markiert nun alle Dateien, die Ihr löschen möchtet. Insbesondere die Dateien “vom Windows System generierte Windows-Fehlerbericht” bzw. Englisch: “System created Windows Error Reporting” sowie die Temporären Dateien / Temporary Files sollten ausgewählt werden. Denn hierunter verstecken sich u.a. die CBS-Logdateien. Bestätigt die Auswahl mit OK.
  • Nach dem erfolgreichen Löschvorgang wird das Programm automatisch geschlossen und die CBS-Logdateien sollten verschwunden sein.

Variante 2: Manuelles Löschen der Dateien im Ordner

  • Öffnet den Windows-Explorer (Shortcut: Windows Taste + E ) und wählt die Systemfestplatte aus. Dies wird bei den meisten Anwendern das Laufwerk C: sein.
  • Navigiert zum Ordner Windows > Log” > CBS
  • Markiert alle Dateien und Unterordner und drückt [Entf] bzw. [Del] auf der Tastatur, um diese zu löschen.
  • Wichtiger Hinweis: Sollte eine Fehlermeldung auftauchen, dass das Löschen bestimmter Dateien nicht möglich ist, da tinstaller bzw. der TrustedInstaller von Windows Update noch Zugriff auf diese hat, so müssen zugehörige Prozesse via taskmanager beendet werden bzw. der Dienst TrustedInstaller beendet werden. Dies gelingt via: Start -> Ausführen -> services.msc und Auswählen des entsprechenden Dienstes +Rechtsklick und “Neu starten”. Manchmal ist ein Neustart des Rechners notwendig, um Windows wirklich zum Löschen der Datei zu überreden. Denn dann wurde der Trusted Installer bzw. Windows Update Dienst sauber neu gestartet. Siehe hierzu auch dieser Foreneintrag
  • Die Dateien und Ordner werden vom System automatisch wieder erstellt.
  • Beobachtet daher regelmäßig diesen Ordner, um Dateien und Ordner zu löschen und Speicherplatz freigeben zu können.

Gründe für den Amoklauf der CBS.log und dadurch vollen Datenträger (entnommen aus giga.de )

Auslöser für dieses Fehlverhalten ist ein altbekannter Windows-Bug:

  • Das Windows Betriebssytem speichert die sogenannten Component-Based-Servicing-logs (CBS) im Ordner C:\Windows\Logs\CBS.
  • Wenn die derzeitige Datei CBS.log eine bestimmte Größe erreicht, benennt Windows die Datei um gemäß des Schemas CbsPersist_YYYYMMDDHHMMSS.log.
  • Danach versucht Windows die unbenannte Datei zu komprimieren.
  • Allerdings schlägt das manchmal aus verschiedenen Gründen fehl. Beispielsweise tritt ein Fehler auf wenn die Datei bereits 2 GB erreicht hat.
  • Während des Komprimierungsversuchs werden allerdings mehrere 100 MB im Ordner C:\Windows\Windows\Temp belegt.
  • Der Vorgang kann sich alle 20 Minuten wiederholen, wodurch irgendwann die Festplatte voll läuft und kein Speicherplatz mehr verfügbar ist.

Wie immer gilt: Alle Angaben ohne Gewähr und Einsatz auf eigenes Risiko. Viel Spaß & viel Erfolg!

Windows Server 2016 – Windows Update Fehlercode 0x800705b4

Ich hatte in den letzten Monaten häufiger Probleme, die monatlichen Qualitätsrollups  unter Windows Server 2016 mit Hilfe der Windows Updates GUI in der Systemsteuerung zu installieren. So bereiteten bspw. die kumulativen Updates KB4284833 und KB4284880 wieder Probleme. Es scheitert nach langer Installationsdauer mit dem Windows Update Fehlercode 0x800705b4. Daher habe ich mich auf die Suche gemacht und in den Microsoft-Foren eine Möglichkeit gefunden, manuell die erfolgreiche Installation der entsprechenden Updates anzustoßen. Diese führt über das so genannte Server Konfigurationstool (Sconfig). Das Tool ist eigentlich für die Verwaltung und Konfiguration der abgespekten Windows Server Core-Installationen (ohne Windows GUI) gedacht ist. Es funktioniert auch bei den normalen Windows Server-Versionen hervorragend. Da es gängige Fehler in der Windows Update-Mechanik (Dienste, etc.) durch Neustarten und Löschen von Caches beseitigt, hilft es Windows Update-Probleme zu beseitigen.

Schritt-für-Schritt Anleitung, um mittel Sconfig Windows Updates ohne den Fehler 0x800705b4 durchzuführen:

  1. Vorbereitender Schritt: Windows Defender (Echtzeitschutz) für die nachfolgenden Schritte de-aktivieren. Ich habe gemerkt, dass dies die nachfolgenden Schritte spürbar beschleunigt.
  2. Start -> Ausführen
    • // Kommandozeile öffnen – Administratorrechte sollten für den aktuellen Benutzer vorhanden sein)
  3. Sconfig
  4. Im nun folgenden Dialog muss die Option 6 – “Updates herunterladen und installieren” ausgewählt werden:
  5. SConfig Tool, Auswahlmenü

    Auswahlmenü des Serverkonfigurationstools

  6. Anschließend wird abgefragt, ob alle verfügbaren Updates oder nur empfohlene Updates gesucht werden sollen. An dieser Stelle kann entweder A für “Alle” oder “E” für Empfohlene Updates ausgewählt werden.
    • // Ich habe mich im Folgenden immer für die Option “Alle” entschieden. Wird die andere Option (nur empfohlene Updates) gewählt, sehen die Screenshots minimal anders aus.
  7. Selektion der gewünschten Updates: Alle, oder nur die empfohlenen Updates

    Suche nach Updates. Optionen: Alle Updates suchen oder nur noch empfohlenen Updates suchen.

  8. Nun werden die verfügbaren Updates angezeigt. Bitte jetzt die gewünschten Updates auswählen: entweder “alle” zu installierenden Updates, “keine” oder “einzelne” Updates.
    • // Ich habe mich wieder für die Option “alle” entschieden. Siehe oben.
  9. Nun starten nacheinander das Herunterladen und anschließend die Installation der Updates.
    • // Dies kann je nach Auswahl einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte plant ausreichend Zeit ein.
  10. Herunterladen und anschließende Installation der Updates - bitte Zeit einplanen!

    Herunterladen und anschließende Installation der Updates – bitte Zeit einplanen!

  11. Die Installation sollte ohne den Fehlercode 0x800705b4 abgeschlossen werden.
  12. Windows Defender wieder aktivieren.

Wie immer gilt: Alle Angaben ohne Gewähr und Einsatz auf eigenes Risiko. Viel Erfolg beim Update Eures Windows 2016 Servers – hoffentlich ohne 0x800705b4 ;-). Feedback ist willkommen!

Update 05. Juli 2018: Auf Giga.de gibt es weitere Hilfestellungen, falls die o.g. Vorgehensweise das Problem nicht beseitigt.